verklagt

Google Fonts – Webmasterin verurteilt

Das Landgericht München hat eine Webmasterin auf Schadenersatz verurteilt, weil diese Google Fonts dynamisch in Ihre Webseite eingebunden und so die IP Adresse des Nutzers an Google übermittelt hat.

Google Fonts ist eine Sammlung von mittlerweile über 1.300 kostenlosen Fonts, die Google zur Verfügung stellt. Man kann diese Sammlung auf zwei Arten einbinden. Statisch und dynamisch. Bei der statischen Einbindung werden die Fonts heruntergeladen und lokal in eine Webseite eingebunden. Hierbei kommt der Nutzer nicht mit Google direkt in Kontakt. Das bedeutet das eine IP Adresse nicht übermittelt wird und dies Datschutztechnisch unproblematisch ist.

Anders sieht es bei der dynamischen Einbindung aus. Hier wird direkt zu Google verbunden, die die Fonts dann zur Verfügung stellen. Da hier dann logischerweise die IP Adresse übermittelt wird, ist natürlich eine Einwilligung des Webseitenbesuchers über ein Consent Banner nötig. Die verklagte Webmasterin hat aber versäumt, die Google Fonts Abfrage regelkonform einzubinden, so dass gleich beim ersten Kontakt mit der Webseite, die IP Adresse übermittelt wurde.

Der Kläger klagte aufgrund dieser Tatsache auf Unterlassung und Schadenersatz und bekam vor dem Landgericht Recht. Der Verstoß führe dazu, dass der Kläger die Kontrolle über seine persönlichen Daten an Google verliere, so das Urteil, welches hier eingesehen werden kann. Zudem könne die Webmasterin die gesammelten Daten zumindest theoretisch mit weiteren Daten kombinieren und so die Person hinter der IP-Adresse identifizieren.

Berufung nicht stattgegeben

Die Berufung der Beklagten wurde abgewiesen. Denn man kann die Fonts auch lokal einbinden und ist auf eine dynamische Einbindung nicht angewiesen. Von daher lehnte das Gericht,das von der Beklagten aufgeführte berechtigte Interesse, ab.

Dem Kläger sprach das Gericht einen Schadenersatz von 100 Euro zu. Auch ordnete das Gericht an, dass die Beklagte die dynamische Einbettung von Google Fonts künftig unterlassen solle, sowie offenzulegen, welche personenbezogenen Daten gesammelt und verarbeitet werden.

Erst vor kurzem habe ich erst darüber berichtet, das Google Analytics bald auch in Deutschland verboten sein könnte. Da die Verwendung von Google Analytics gegen die DSGVO verstoße, weil der Dienst Besucherdaten an Google Server in den USA übermittle und so unter anderem theoretisch die Überwachung durch US Geheimdienste ermögliche.

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